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Kryokonservierung-Vitrifizierung

Unter Kryo-Konservierung (von griechisch κρύος, krýos = Kälte und lateinisch conservare = erhalten, bewahren) versteht man das Aufbewahren von Zellen durch Einfrieren in flüssigem Stickstoff. Mit Hilfe dieses Verfahrens ist es möglich, die Vitalität der Zellen nahezu unbegrenzt aufrechtzuerhalten. Es können Samen, Eizellen, Embryonen und Gewebe kryokonserviert werden.Die Lagerung findet in sogenannten Kryobanken statt.Die Lagerungsdauer ist vermutlich unbegrenzt. Es liegen Jahrzehntelange gute Erfahrungen aus der Veterinärmedizin vor. Mit dem neuen Vitrifizierungsverfahren gelingen fast gleiche Ergebnisqualitäten wie im frischen Verfahren. Die konservierten Zellen können so über einen sehr langen Zeitraum in einer Art Kältestarre erhalten werden, in der alle Stoffwechselvorgänge nahezu zum Stillstand kommen. Nach dem Auftauen können die Zellen ihre normalen Prozesse wieder aufnehmen. Embryonen können dann zum Beispiel in die Gebärmutterhöhle transferiert werden.Das Einfrieren von Eizellen lässt derzeit eine Überlebensrate von ca. 80% erwarten.

Die gesetzlichen Regelungen sind in den verschiedenen Ländern sehr unterschiedlich. Der Zeitpunkt des Einfrierens ist in manchen Ländern sehr ungünstig reglementiert (z.B. Deutschland und Schweiz). In anderen Ländern liegt die technisch mögliche Bandbreite zwischen Tag 1 (PN) und Tag 6 (Blastozyste).

Kryo-Konservierung von Samen

Das Einfrieren von Spermien kann sinnvoll sein, wenn auf Grund einer Erkrankung des Mannes eine Hodenoperation oder eine Chemo- bzw. Strahlentherapie geplant ist, die eine Einschränkung der Fruchtbarkeit erwarten lässt – anschliessend aber noch Kinderwunsch besteht. Im Einzelfall kann auch vor längerer Abwesenheit des Mannes das Einfrieren von Spermien gewünscht sein.

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Die eingefrorenen Spermien können dann je nach Ausgangssituation für eine ICSI-Therapie oder auch eine Inseminations-Therapie verwendet werden. Auch das anlässlich einer TESE (siehe auch unter TESE) gewonnene Hodengewebe bzw. die so gewonnenen Spermien können kryokonserviert und für eine folgende Kinderwunsch-Therapie genutzt werden.

Bei einem Mann, der sich zur Vasektomie (Sterilisation) entschlossen hat, könnte das Einfrieren von Samen ebenfalls empfehlenswert sein.

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Kryo-Konservierung von Eizellen

Die Kryo-Konservierung von Eizellen befindet sich noch in einem sehr frühen Entwicklungsstadium.

Dennoch kann sie von Mitgliedern unseres Teams mit einer derzeitigen Schwangerschaftsrate von 30% bereits angeboten werden. Dies bedeutet einen weltweit hervorragenden Spitzenwert.
Indikationen sind derzeit Krebsbehandlungen, welche die Fruchtbarkeit der Frau gefährden, zwingend notwendige Operation, vorrangig berufliche oder sonstige Gründe gegen eine derzeitige Schwangerschaft, genetische Prädisposition für ein vorzeitiges Versiegen der Eierstocksfunktion etc.

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Werden im Rahmen einer IVF- oder IVF/ICSI-Behandlung mehr Eizellen befruchtet als Embryonen beim Embryo-Transfer übertragen werden sollen, so können diese „überzähligen“ befruchteten Eizellen im sog. Vorkern-Stadium kryokonserviert werden. Falls nötig, können diese Vorkernstadien zu einem späteren Zeitpunkt aufgetaut, und nachdem sich aus ihnen Embryonen entwickelt haben, in die Gebärmutterhöhle übertragen werden. Dies ermöglicht den Eintritt einer Schwangerschaft ohne dass erneut alle Therapie-Schritte einer IVF- oder IVF/ICSI-Therapie durchlaufen werden müssen. Das Verfahren ist bewährt, sicher und steigert die auf die Eizellentnahme bezogene Schwangerschaftsrate.

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Kryo-Lagerung

Die Kryo-Konservierung und -Lagerung bedeutet „Neues Leben sichern“.

Eine wichtige Rolle bei der Verbesserung der gegenwärtigen Methoden der assistierten Reproduktion spielt die Verfeinerung bzw. Weiterentwicklung von Einfriertechniken. Das Einfrieren von reifen unbefruchteten Eizellen ermöglicht eine Sicherstellung der Fertilität bei Frauen, die sich z.B. aufgrund einer Krebserkrankung einer Chemo-/Strahlentherapie und/oder einer Entfernung der Eierstöcke unterziehen müssen.

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Unter Verwendung modernster Einfriertechnik, können so Eizellen, Samen und Gewebe (TESE/MESA –Gewebe) bei -196°C im flüssigen Stickstoff über Jahre gelagert werden. Die Eizellen bleiben unter Aufrechterhaltung ihrer biologischen Aktivität intakt, so dass nach der Kryo-Konservierung eine hohe Überlebensrate und sehr zufrieden stellende Befruchtungsraten von Eizellen zu erzielen sind.

Die Lagerung von kryokonserviertem Material ist eine sehr verantwortungsvolle Tätigkeit über viele Jahre. Die Qualität des wieder aufgetauten Materials hängt von dessen Qualität beim Einfrieren sowie von der Gefriermethode ab. Die Lagerungsdauer ist nicht wichtig. Embryonen haben je nach Entwicklungsstadium unterschiedliche Empfindlichkeiten und Ergebnisqualitäten. Die “Eltern” der erzeugten und gefrorenen Zellen sind dauerhaft für deren Schicksal verantwortlich. Es sei denn, sie geben die gelagerten Zellen frei. Dies ist nach dem spanischen Reproduktionsgesetz möglich. Ab dem 50. Lebensjahr der Eizellspenderin darf keine Lagerung mehr auf Spanischem Boden statt finden.

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