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Patienten-Schule

Intramuskuläre Injektion – Die richtige Stelle finden

Wie man sich für den Ausnahmefall am besten selber spritzt.

Während der Eizellgewinnung oder vor der Eizellspende ist es notwendig, sich einige Wochen lang täglich Progesteron zu spritzen. Sich selbst oder anderen eine Spritze zu geben, davor schrecken viele Laien zurück. Grundsätzlich sollte man Injektionen, wenn möglich auch immer ausgebildetem Personal überlassen, denn es gibt Risiken wie zum Beispiel Infektionen, Abszesse, Gefäßverletzungen oder Nervenschädigungen.

Intramuskuläre InjektionManche Lebenslagen und Umstände machen es jedoch notwendig, dass auch Laien tätig werden müssen. Mit der richtigen Anleitung, Genauigkeit und Sorgfalt ist die Injektion gar nicht so schwierig. Für Anfänger eignet sich vor allem die intramuskuläre Injektion. Dabei werden Wirkstoffe direkt in den Muskel gespritzt. Der Vorteil dieser Methode ist, dass das Medikament schneller wirkt und es ganauer dosierbar ist als bei oraler Verabreichung. Zudem muss der Wirkstoff nicht den Magen-Darm-Trakt passieren, wo verschiedene Stoffe häufig zu schnell abgebaut oder gar nicht aufgenommen werden. Allerdings muss man auch dazu sagen, dass dieser intermuskuläre Prozess etwas schmerzhafter ist.

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Bei Erwachsenen wird für diese Art der Injektion meistens der Gesäßmuskel genutzt. Daneben kann man auch Oberschenkel oder Oberarm verwenden, die Auswahl der Körperstelle hängt von Art und Menge der Injektion ab. Bevor es losgeht, ist eine sorgfältige Desinfektion der Haut sehr wichtig. Die Bestimmung des Injektionsortes erfordert etwas Fingerspitzengefühl. Beim Gesäßmuskel legt man am Besten die Spitze des vorderen Fingers auf den vorderen Darmbeinstachel (Spina iliaca anterior).

Beim rechtsseitigen Muskel der Zeigefinger und beim linksseitigen Muskel der Mittelfinger der linken Hand. Der Daumen ruht auf der unteren Kante des Darmbeinkammes (siehe Bild). Der günstigste Injektionspunkt befindet sich dann an der unteren Hälfte des durch die beiden Finger und den Darmbeinkamm geformten Hautdreiecks. Die Kanüle ist in der Regel 70 mm lang.

Bei Injektionen in die Oberarmmuskulatur wählt man als Einstichstelle die höchste Erhebung des Deltamuskels, drei Querfinger unter der Schulterhöhe. Die Kanülenlänge bei Erwachsenen sollte 30 – 32 mm betragen. Will man in die Oberschenkelmuskulatur injizieren, liegt die ideale Einstichstelle in der Mitte des Oberschenkels. Als Kanülenlänge wählt man am besten 38 – 40 mm.

Die Injektion erfolgt schließlich senkrecht, in einem Winkel von 90°. Am Besten ist es, nicht zu zögerlich zu sein und die Kanüle ruckartig einzustechen. Es sollte jedoch darauf geachtet werden, dass die Kanüle nicht bis ganz zum Ansatz eingeführt wird, um einen Bruch zu verhindern. Anschließend wird der Spitzenkolben etwas zurückgezogen, um sicher zu gehen, dass nicht versehentlich ein Blutgefäß angestochen wurde. Ist dies nicht der Fall, kann der Spritzeninhalt langsam injiziert werden. Jetzt muss die Kanüle nur noch langsam herausgezogen und die Einstichstelle mit einem sterilen Tupfer mit Kreisbewegungen abgedrückt werden.

Nützliche Seiten im Internet: www.transfamily.de intramuskuläre injektion


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